
Deutschlands erste Betonwerkstein Manufaktur
Kreativ-Werkstatt für Architekten und
Planer
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Grau
ist längst nicht mehr aller Beton
Die
ebenso versierte wie übersprudelnd lebhafte Beton-Mixerin
aus Blaubeuren ist gelernte Architektin, ihre Passion
für den Betonwerkstein begann aber erst mit ihrer
Heirat. Zusammen mit ihrem Mann Richard Bayer leitet sie
seit Anfang der siebziger Jahre das - bereits 1911 in
der Nähe ergiebiger Abbaustätten gegründete
- Betonsteinwerk Bayer. "Das Bild vom grauen und
deshalb grausigen Beton, das sich vor allem durch die
Architektur der sechziger und siebziger Jahre in den Köpfen
festgesetzt hat, gehört mittlerweile der Vergangenheit
an. Der Betonwerkstein ist nicht nur im technischen Sinne
ein Kunststein, die Betonung sollte heute wirklich auf
"Kunst" liegen. Das gestalterische Potenzial,
das sich aus dem schlichten Beton durch Farbmischungen
und Zuschläge zu neuen Kreationen entwickeln lässt,
ist schier unerschöpflich - man muss sich nur auf
neue Experimente einlassen, die Phantasie walten lassen,
Ideen entfalten, auch verrückte Einfälle zulassen,
sie erproben und sie zu neuen Betonstrukturen und -produkten
ausarbeiten" so Ute Bayer über die "Herausforderung
Betonwerkstein".
Wer
mit dem Baustoff Beton arbeiten will, braucht genügend
Raum - auch wenn Ute Bayer ihre verschiedenen Rezepturen
tatsächlich in einer Küchenmaschine zusammenrührt.
Denn wohin mit der berühmten Prise "hiervon
und davon", wenn sie in keinem noch so großen
Küchenregal Platz findet, wenn sich der Grundteig
Beton nicht in kleine Förmchen packen lässt
und die Zielgruppe nicht Appetithäppchen kreierende
Köche oder Bäckermeister, sondern betonhungrige
Architekten, Bauhandwerker und Bauherren sind?
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Eine
Schatzkammer ganz eigener Art
Im
September 1999 eröffneten Ute und Richard Bayer am
ländlich-idyllischen Ortsrand von BlaubeurenSeißen
in einer stillgelegten Halle, in der noch bis 1989 traditionelle
Betonwerksteine hergestellt wurden, eine einmalige Einrichtung:
Deutschlands erste "Kreativ-Werkstatt Beton".
Der Gedanke für eine Betonwerkstein-Manufaktur kam
dem Ehepaar vor vier Jahren, "als uns immer deutlicher
wurde, dass wir zwar Ideen und auch die produktionstechnischen
Möglichkeiten zur Umsetzung hatten, aber eine praktische
Präsentationsplattform fehlte, um die ganze Gestaltungspalette
der im Trend liegenden Baustoffe Betonwerkstein und Terrazzo
aufzuzeigen".
Bereits der erste Blick auf dem Weg zur Manufaktur lässt
ahnen, was es in der Experimentierküche an Kunststeinernem
zu entdecken gibt. Ein auf grüner Wiese platziertes
knallrosa Sofa lädt zum Sitzen ein. Ute Bayer schmunzelt
beim Erstaunen der Gäste, wenn sie entdecken, dass
das gemütliche Möbel tatsächlich aus Beton
gemacht ist. Einladender kann der Eintritt in die angeblich
kühle Betonwelt nun wirklich nicht sein.
Doch
beim Schlendern durch die Betonmanufaktur mit ihrem kräftigen
Geruch nach Sand, Staub und Metall geht das Staunen dann
erst richtig los, findet man sich doch in einer überquellenden
Materialiensammlung wieder. In über fünfhundert
blauen Schüttboxen lagern auf zwei Etagen alle nur
erdenklichen Ingredienzien, über 250 verschiedene
"Zuschlagstoffe", die hier ihrer einfallsreichen
Verwendung harren. Da gibt es Natursteine in den verschiedensten
Körnungen
und in allen Farbschattierungen, gröberen Schotter,
bunt schillernde, winzige Glasstückchen, Sandmischungen
aller Art, aber auch Recyclingzutaten wie Metallschrott.
Hinzu kommen mit Farbpigmenten gefüllte Glasröhren,
die den grauen Beton zum Leuchten bringen können.
Selbst ein tiefes Dunkelblau - lange Zeit für unmöglich
gehalten - lässt sich inzwischen herstellen.
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Alles
andere als Betonköpfe
Die
Seißener Betonwerkstein-Manufaktur wird nicht nur
von Ute Bayer auf gezielte Anfragen für oft ausgefallene
Aufträge hin selbst genutzt, sondern sie ist vor
allem auch eine Experimentlerwerkstatt für Interessierte
aus den verschiedensten Bereichen. Inspiriert durch die
Fülle möglicher Zutaten, durch zahlreiche plastische
Objektdarstellungen wie Boden-, Treppen-, Wand- und Raumelemente
oder das 1999 für den Karl-Reuss-Preis des Landesgewerbeamtes
Baden-Württemberg nominierte Ensemble aus Betonwerkstein,
kann das Farb- und Formenspiel unter fachkundiger und
ermunternder Anleitung der "Drei Sterne-Köchin
für Beton" im "Aktionsraum" neben
den Lagerregalen nach Herzenslust erprobt werden. Hier
gibt es keine technischen Berührungsängste.
"Betonstein ist nicht nur geduldig, sondern macht
vor allem neugierig", ist das Credo der Chefin.
Bayers
Beton-Kunst-Küche scheut vor keinem noch so ausgefallenen
Versuch zurück. Besonders Architektur- und Designstudenten
haben seit Eröffnung der Manufaktur hier die neue
Welt des Betons für sich entdeckt. Wer sich schon
an den originellen Marmor-Beton-Kompositioneu gefreut
hat, der wird beim Anblick der von Studenten der Ulmer
Fachhochschule für Gestaltung in einem Workshop kreierten
BetonWürfel im original schwäbischen Spätzle-Look
- tatsächlich mit einer Spätzlepresse hergestellt!
- erst recht begeistert sein.
Beton
- die neue Farbigkeit des Steins? "Der Beton ist
künstlerisch gestaltbar", antwortet Ute Bayer.
"Ich verstehe mich selbst als eine Art Katalysator
für neue Rezepturen aus Betonwerkstein. Beton ist,
was man daraus macht!"
Interessierte Architekten und Planungsbüros wenden sich
an:
R. Bayer Betonsteinwerk GmbH
Betonwerkstein Manufaktur
Frau Ute Bayer
Dr. Georg-Spohn-Straße 21
89143 Blaubeuren
Tel.: 07344/963350
Fax: 07344/963399
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